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So nah dran, dass es weh tut

19. Oktober 2015
19 Okt 2015

Francisco ist ein stattlicher Mann mit Schnurrbart und dunkler Haut. Begleitet wird er von einem kleinen Mädchen mit den kohlrabenschwarzen Zöpfen, seiner Tochter Amelia. Sie schleppen sich durch die Wüste, es ist heiß und das Trinkwasser knapp. Unterwegs treffen sie auf andere Flüchtlinge, aber helfen können sie nicht. Denn Francisco wurde von einer Schlange gebissen, Amelias Schuhe hängen in Fetzen und die nächste Stadt ist weit weg. Wenig später liegen beide tot im Sand. Weiterlesen

Warum Facebook-Designer Josh Higgins immer noch oldschool arbeitet

16. Oktober 2015
16 Okt 2015

Josh Higgins ist Creative Director von Facebooks Kreativteam The Factory. Davor war er Chefdesigner der Wiederwahl-Kampagne von Barack Obama. Er ist ein Designer alter Schule, der seine ganze eigene Meinung zum mobilen Arbeiten mit Smartphone und Tablet hat. Ich habe Higgins in Los Angeles getroffen.

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Gamechanger: E-Sports und Fußball

5. Oktober 2015
05 Okt 2015

Ein Fußballstadion, samstags um halb drei, in nicht allzu ferner Zukunft. Die Ränge sind noch halbleer, aber der harte Kern der Ultras steht schon im Block. Raucht, trinkt Bier aus Plastikbechern und schaut gebannt auf den riesigen LED-Screen im Stadion. Ein Tor fällt, der Top-Scorer der Heimmannschaft hat mal wieder zugeschlagen, und die Fans jubeln und singen das Vereinslied. Paradoxerweise bleiben die beiden jungen Männer, die sich mitten auf dem Spielfeld gegenübersitzen, mit Game-Controllern in der Hand, und die Männchen auf der Leinwand lenken, dabei eher im Hintergrund.

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Gamechanger: Supersportler aus dem Reagenzglas

25. September 2015
25 Sep 2015

Seit es den Sport der Moderne gibt, gibt es Doping — denn der Erfolg heiligt oft die Mittel. In Zukunft könnten Top-Leistungen ohne Gendoping sogar kaum noch denkbar sein. Oder ist der Eingriff in das Erbgut eines Menschen vielleicht doch ein zu radikaler Schritt?

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Gamechanger: Schnelle Computer in der Formel 1.0

18. September 2015
18 Sep 2015

Wer 2015 Sommerurlaub im Silicon Valley gemacht hat, der hat sie vielleicht bereits gesehen, die selbstfahrenden Knutschkugeln von Google. Vielleicht aber auch nicht. Denn die kleinen Auto-Prototypen sind weder laut noch sonst irgendwie auffällig. Außer natürlich, dass niemand am Steuer sitzt, weil sie gar kein Lenkrad haben. Ansonsten aber sehen sie aus wie iPods auf Rädern und sind auch in etwa so schnell, nämlich 40 Kilometer pro Stunde. Als Gesamtpaket dürften sie für Rennsport-Fans nur schwerlich zu ertragen sein. Das liegt aber weder an der Geschwindigkeitsdrosselung, noch am Karosserie-Design, sondern an dem, was die Fahrzeuge repräsentieren.

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Gamechanger: Virtual Reality Weltmeister

31. August 2015
31 Aug 2015

Die DFB-Elf wurde 1954 auch deswegen Weltmeister, weil unter den Schuhsohlen der deutschen Spieler Stollen angebracht waren. Helmuth Rahn konnte aus dem Hintergrund schießen, weil er auf dem regendurchweichten Rasen nicht ausrutschte. Die Schuhe waren damals eine technische Revolution. 2022 könnte wieder eine Mannschaft gewinnen, die sich offen zeigt für technische Neuerungen: die Niederlande setzen auf Virtual Reality.

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Gamechanger: Goalimpact errechnet den Fußballgott

21. August 2015
21 Aug 2015

Vor zehn Jahren bemerkte Jörg Seidel die Anomalie zum ersten Mal: „Da gab es diesen Nachwuchsspieler von Schalke 04, von dem hatte ich vorher noch nie gehört, aber er besaß einen unglaublichen Goalimpact-Wert.“ Wieder und wieder überprüfte Seidel seine Berechnungen, doch der Wert bestätigte sich. Entweder der Algorithmus war kaputt, oder aber die Macht in dem jungen Mesut Özil war stark, und er würde einmal ein ganz großer werden.

Sein Interesse für Fußball war geweckt, das Spiel erschien plötzlich berechenbar.

Seidel arbeitet eigentlich für ein Hamburger Energieunternehmen und hatte bis zur Euro 2004 keinen blassen Schimmer von Fußball. Ein Tippspiel in der Firma sollte das ändern. „Ich habe einen einfachen Algorithmus geschrieben und mit allen Daten gefüttert, die ich über die teilnehmenden Mannschaften finden konnte.“ Das war die Geburtsstunde von Goalimpact. Griechenland, Seidels Euro-Geheimtipp, gewann das Turnier und Seidel den Einsatz seiner Kollegen. Damit war sein Interesse für Fußball geweckt, denn das Spiel erschien plötzlich berechenbar.

Im Laufe der Jahre hat der gelernte Physiker weiter an seinem Algorithmus gefeilt. Der Goalimpact-Wert eines Spielers sagt aus, wie wie viele Tore seine Mannschaft mehr schießt als die gegnerische, wenn er auf dem Feld steht. Prinzipiell war es das schon. Zur Berechnung herangezogen wird die Tordifferenz aller Spiele mit allen Mannschaften, in der ein Fußballer jemals gespielt hat. Dazu kommen weitere Faktoren wie die Qualität der Mitspieler oder der Erschöpfungszustand.

Der Durchschnittsspieler hat einen Wert von 100. Der Spieler mit dem höchsten Wert ist aktuell Thomas Müller von Bayern München (214,1). Lionel Messi hingegen wird bloß auf Platz vier geführt, und Cristiano Ronaldo gar auf Platz 21. Für die meisten Fußballfachleute daheim klingt das nach grobem Unfug. Aber was, wenn der Algorithmus Recht hat? Wenn Stefan Illsanker (Platz 8) für Leipzig wichtiger ist als Ronaldo für Real Madrid? Und wenn sich daraus ein objektiver Verweis auf die reine Spielstärke ergibt, unabhängig vom persönlichen Fanboytum oder vermeintlichem Experten-Wissen?

Was, wenn Stefan Illsanker für Leipzig wirklich wichtiger ist als Ronaldo für Real Madrid?

Der Profifußball steht vor spannenden Umwälzungen. Vereine und nationale Verbände haben ein immer größeres Interesse daran, die existierenden Datenmengen auszuwerten und sinnvoll zu nutzen. Wer sich zuerst professionalisieren und die Skeptiker in den eigenen Reihen überzeugen kann, besitzt den Wettbewerbsvorteil des First Movers. Und der könnte beträchtlich sein. Einerseits, weil sich der Traditionssport Fußball mit technischen Neuerungen sehr schwer tut, Stichwort Torlinientechnik.

Andererseits, weil der Transfer-Markt total überhitzt ist. In den nächsten Jahren werden talentierte Jungspieler für 20 Millionen Euro und mehr verkauft. Eine gute Datenbank und ein objektiver Blick auf den Markt könnten sich da schnell auszahlen. Denn es ist nicht leicht, Spieler richtig einzuschätzen. Fans lieben spektakuläre Trickser und aufopferungsvolle Kämpfer, Trainer die umgänglichen, klugen Taktiker. Aber selbst professionelle Scouts und Trainer lassen sich von Gefühlen leiten. Es scheint, als könne die reine Zahlenlehre von Systemen wie Goalimpact ein Mittel gegen die Befangenheit werden. Beim amerikanischen Baseball hat es schließlich auch geklappt.

2011 lief der Film „Moneyball“ in den deutschen Kinos. Brad Pitt spielt darin den Baseball-Manager Billy Bean, dessen Club knapp bei Kasse ist. Folglich muss Bean improvisieren. Mittels reiner Datensätze stellt er gute, aber unter vermeintlichen Experten unpopuläre und daher günstige Spieler zu einem funktionierenden Team zusammen. Die Figur des Films ist nicht fiktiv, Billy Bean gibt es wirklich. Die Clubs der Major League Baseball haben ihr Scouting inzwischen an das Moneyball-Prinzip angepasst. Das subjektive Bauchgefühl altgedienter Scouts hat ausgedient, beim Baseball regieren nackte Zahlen. Nur: Baseball ist nicht Fußball.

„Beim Fußball galt lange das Argument, es gäbe zu viele Zufälligkeiten“, sagt Oliver Bartlett, der Co-Trainer Athletik des Bundesligisten Bayer Leverkusen. Der 46-jährige Engländer glaubt trotzdem an Statistiken. Nur nicht unbedingt an die, die von den Experten der Bezahlsender in der Halbzeitanalyse herangezogen werden. „Wir fragen uns eher, welche Parameter relevant sind und welche nicht.“

Die reine Laufleistung? Irrelevant. Ein Spieler, der 14 Kilometer läuft, muss nicht automatisch eine Bereicherung für seine Mannschaft sein, wenn die Laufwege nicht stimmen. „Kilometer sind nicht in Siege umzurechnen“, so Bartlett. „Wir achten stattdessen gezielt auf die Anzahl der Beschleunigungen, auf die Läufe im hohen Tempo mit Ball oder gegen den Ball oder auf die Läufe in der gegnerischen Hälfte.“

Die Profis von Bayer Leverkusen werden beim Training per GPS getrackt. So kann das Trainer-Team die Leistungsdaten auswerten und individuelle Anpassungen vornehmen. Natürlich werden Daten auch dafür genutzt, um den Transfermarkt nach unterbewerteten Spielern zu scannen, ein bisschen Moneyball im Fußballgeschäft gibt es jetzt schon. Der FC Liverpool etwa hat 2012 einen Daten-Experten eingestellt, Arsenal London mit StatDNA aus den USA gleich ein ganzes Unternehmen erworben. Und der AZ Alkmaar aus Holland wird von niemanden anderem als Billy Bean beraten.

Als fast schon radikale Experimente können der englische Zweitligist Brentford FC und der neue dänische Meister FC Midtjylland bezeichnet werden. Sie organisieren nicht nur ihr Scouting, sondern auch ihre Spielweise mit Hilfe von Statistiken. Beide Clubs gehören dem britischen Unternehmer Matthew Benham, dessen Firma statistische Wahrscheinlichkeiten von Sport-Resultaten errechnet und an Wettprofis verkauft. Benham gilt als eine Art Messias der Szene, die gespannt darauf wartet, dass Brentford FC endlich in die Premier League aufsteigt, die höchste englische Spielklasse.

„Benham ist ein Genie“, findet auch Oliver Bartlett, „so fussballverrückt er sein mag, er würde das Projekt nicht angehen, wenn es keine Erfolgsaussichten hätte.“ Diese Erfolgsaussichten, also die Wahrscheinlichkeit eines Aufstiegs von Brentford, sieht Jörg Seidel zur Zeit bei knapp unter 50 Prozent. Natürlich errechnet mit seinem Algorithmus Goalimpact. Was Bayers Co-Trainer Oliver Bartlett freuen könnte: Das weltweit hoffnungsvollste Talent kommt dem Algorithmus zu Folge aus Leverkusen. Mit Julian Brandt hat die Werkself angeblich einen künftigen Fußballgott in ihren Reihen.

Keine Revolution, dafür viele kleine Stellschrauben

18. Juni 2015
18 Jun 2015

Im September erscheint mit „FIFA 16“ der neueste Teil der erfolgreichsten Sportspielreihe der Welt. WIRED Germany hatte die Gelegenheit, die Fußball-Simulation schon jetzt anzuspielen. Der erste Eindruck war wirklich sehr erfreulich — denn anstatt tolle neue Features einzuführen, hat EA Sports das Gameplay in jedem Mannschaftsteil feinjustiert.

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Wie E-Sport die Fußballstadien erobert

16. Juni 2015
16 Jun 2015

Games erobern die Stadien. Erst letztes Wochenende waren Tausende auf der ESL One, einem E-Sport-Turnier in der Commerzbank Arena in Frankfurt. Damit mausert sich der Computerspiel-Sport zum Public-Viewing-Ereignis. Und das dürfte erst der Anfang des Massenphänomens sein.

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StartupDiaries: Die Kehrseiten des Nomadentums

30. April 2015
30 Apr 2015

Wer auf der berühmtesten Suchmaschine der Welt nach Bildern zum Begriff „Digital Nomad“ stöbert, wähnt sich plötzlich auf der Online-Version des Neckermann-Katalogs. In loser Reihenfolge zu sehen: Mann am Strand vor Sonnenuntergang mit Laptop. Auch schön: Leger gekleideter Mittzwanziger am Pool mit MacBook auf Liegestuhl. Oder: Frau mit Sonnenbrille (und Laptop) auf Beifahrersitz von Strand-Buggy. Der absolute Stockfoto-Overkill geht aber so: Mann untenrum in Badeshorts, obenrum mit Jacket, Hemd und Krawatte, vor sich, na logo, ein Laptop, bäuchlings auf Surfbrett. Im Meer. Mit Laptop. Weiterlesen

StartupDiaries: Gründen in Südamerika

23. April 2015
23 Apr 2015

In den WIRED-StartupDiaries geht es immer wieder um Jungunternehmer, die von Lateinamerika aus arbeiten. Viele von ihnen sind digitale Nomaden oder Expats, die zusammen mit einer Firmenidee den Atlantik überquert haben — denn gründen kann man nicht nur im Silicon Valley. Auch in Südamerika gibt es genug Förderprogramme, Accelerators, Inkubatoren, Akademien und Bootcamps für Startup-Menschen. Weiterlesen

StartupDiaries: Gründerinnen in Lateinamerika

16. April 2015
16 Apr 2015

Ihren ersten Auftrag bekam Valeria Figallo von einem Model aus Kalifornien. „Sie mochte die Farben und den Style meiner Homepage“, erzählt Valeria, die aus der peruanischen Hauptstadt Lima kommt. Das Model aus dem weit entfernten Kalifornien wollte auch so eine Homepage. „Ich schrieb: Gar kein Problem, mach ich dir.“ Per Western Union kam ein Scheck über 600 Dollar. Valeria war aufgeregt, ihr erstes richtiges Honorar. Sie machte sich gleich an die Arbeit, und eine Woche später war die Homepage fertig. „Für meine Kundin war das natürlich ein Risiko, sie wusste ja, wie alt ich bin. Aber anscheinend wollte sie sehen, ob ich es wirklich schaffe.“ Der erste Eintrag auf der Website des Models lautete schließlich:

„Dieses 14-jährige Mädchen aus Peru hat meine Webseite gemacht. Engagiert sie!“

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