Ein Sammelsurium an Geisteshaltungen
Ein halbes Jahr nach dem Tsunami steht Yuko im Buchladen vor dem neu eingerichteten Regal mit Katastrophenliteratur. Darin finden sich viele informative Werke, aber auch Traktate wie Strahlen sind nicht schädlich und Keine Angst vor geringen Strahlungsdosen.
Woher stammt unser Schweigegelübde?
Wenn Yuko sich mit Freunden trifft, dann tun alle erstmal so, als gäbe es kein Fukushima. Irgendwann reden sie aber doch über ihre Sorgen und Ängste. Was ist der Grund für die gestörte Kommunikation? Ein paar Erklärungsversuche.
Gute Gurken aus dem Süden
Yuko fährt in den Süden Japans und kauft mit Begeisterung eine garantiert unverstrahlte Gurke. Und fragt sich, ob sie eigentlich hysterischer ist als ihre Landsleute.
Die Sehnsucht war niemals stärker als jetzt
Das Erdbeben hat etliche Beziehungen durcheinander gebracht. Yuko schaut sich in ihrem Freundeskreis um und bemerkt, dass viele Paare enger zusammengerückt sind. Manche haben sich leider getrennt.
Ich musste ein bisschen weinen
Endlich rollt der Rubel! Yuko und ihre Freundinnen überweisen Spendengelder an eine Hilfsorganisation, die Behelfshäuser für Erdbebenopfer baut. Als sie einen Bericht über diese Häuser im Fernsehen sieht, wird sie von Rührung übermannt.
Unsere Bäuche haben gewackelt wie Götterspeise
Als bei einem Nachbeben alles zu wackeln beginnt, stellt Yuko fest, dass sie seit März ordentlich zugenommen hat. Genau wie einige Freundinnen. Woher kommt dieses »Katastrophenfett«? Und wann verschwindet es wieder?
Vielleicht sollte ich mir einen Regenmantel besorgen
Mit dem Regen kommt das Unbehagen. Ist er radioaktiv? Yuko macht sich Gedanken, merkt aber, dass bei vielen ihrer Landsleute kein Redebedarf besteht.
Ich pendele zwischen Erleichterung und tiefster Depression
Yuko schaltet den Fernseher an. Doch aus dem Programm wird sie nicht recht schlau. Wie kann es sein, dass im japanischen Fernsehen der Eindruck vermittelt wird, die Situation sei zugleich ganz unproblematisch und völlig hoffnungslos?
Mädels, heute Abend putzen wir uns raus…
Yuko gründet »Emogirl«, um mit kleinen Projekten ihren Mitmenschen zu helfen. Denn Beziehungen zwischen echten Menschen, das merkt sie, sind wertvoller als die auf Facebook und Co. gepflegten.
Kernkompetenzen
Die Krise erfasst den Werbesektor, Yukos Projekt wurde gestrichen. Und sie erfährt: Beinahe hätte ihre Firma für die Atomindustrie geworben.
Raus damit!
Seit der Katastrophe hat sich bei Yuko und vielen Japanern die Einstellung zu Geld völlig geändert: die Zeit des Sparens ist vorbei. Seltsam ist nur: trotzdem wird der Kontostand nicht niedriger, sondern höher.
Muffin in der Konservendose, Wegwerftoilette, Taschenlampe
Wie gut oder wie schlecht man in Japan auf Katastrophen vorbereitet ist, hängt auch vom Arbeitgeber ab. Yuko berichtet diesmal von Notfallrucksäcken, Taxiquittungen und Wasserlieferungen aus Hongkong.
